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12. Februar 2014

Marilyn Monroe - Wer?

Unverhofft ...

Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, dass sich die interessantesten Projekte oft direkt vor meiner Nase abspielen – in meinem unmittelbaren Freundeskreis. Ich brauche also nur meine ohnehin sehr ausgeprägte kommunikative Ader auszuleben, will heißen, mit den Menschen, die mir am liebsten sind, auf diverse Kaffees oder Gläser guten Weins zu gehen, mit ihnen zu frühstücken, zu Mittag oder zu Abend zu essen, Feste zu feiern, wie sie fallen (ihre oder meine), und schon eröffnen sich fast wie von selbst die Gelegenheiten, mich an wunderbaren, kreativen Unternehmungen zu beteiligen. Und da ich in den letzten Jahren hauptsächlich dem Schreiben fröne, einer über weite Strecken recht einsamen Tätigkeit, bin ich sehr und immer mehr geneigt, diese Gelegenheiten zur Zusammenarbeit mit anderen beim Schopf zu packen.

... kommt immer öfter

So kam es, dass ich mich bei einem Fest meiner lieben Freundin Eva Wolfram-Ertl (deren Malerei ich sehr schätze und für deren Ausstellung in der Galerie am Schillerplatz ich vor zwei Jahren einen Text schreiben durfte) in einem Gespräch mit der Psychoanalytikerin Irene Bogyi fand, die mir von ihrer Beschäftigung mit Marilyn Monroe erzählte. Sie schrieb damals über deren letzte Psychoanalyse bei Dr. Ralph Greenson und ihre kontroversiellen Aspekte. Durch ihren Arbeitsschwerpunkt Kunst und Psychoanalyse hatte sie eine Vielzahl an interessanten Kontakten zu Menschen, die sich aus ganz verschiedenen Richtungen dem Mythos Monroe näherten und sich mit den menschlichen Fragen, die ihr Leben und ihr Tod aufwarfen, auf verschiedene Weise auseinandersetzten. Schließlich veranstaltete sie ein Symposion mit dem Titel Marilyn Monroe – Wer?, mit teils künstlerischen, teils wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema.

Das Buchprojekt

Bei jenem Fest erzählte ich Irene, dass auch ich eine spezielle Beziehung zur Monroe habe, dass Marilyn mich als Mensch, Schauspielerin und Phänomen schon immer fasziniert hat – und dass ich bei einem Kostümfest sogar einmal in ihre Rolle geschlüpft bin. Als Irene nach dem Symposion beschloss, ein Buch herauszugeben, in dem ihre eigene Arbeit sowie die am Symposion beteiligten Beiträge versammelt sein sollten, bat sie mich deshalb, für dieses Buch ein Vorwort zu schreiben. Es war für mich eines dieser sehr, sehr spannenden Nebenprojekte der letzten Jahre, von denen ich eingangs gesprochen habe, die definitiv das Salz in meiner Suppe sind und die dafür sorgen, dass ich nicht immer nur in der eigenen rühre! Die Recherchen für dieses Vorwort haben mich nicht nur dazu gebracht, mir Monroes Filme wieder anzuschauen (besonders interessant fand ich Don´t bother to knock, 1952 und Niagara, 1953), sondern aus meiner heutigen Perspektive einen Blick auf das Frauenbild der Kriegs – und Nachkiegsgeneration sowie die Umstände und Begleiterscheinungen des Starkults zu werfen.

Präsentation

Das Ergebnis könnt ihr noch diesen Sommer nachlesen. Die Buchpräsentation gibt’s am 27.Juni 2014. Details folgen, hier und auf facebook – hope to see you there!

Marilyn Monroe – Wer?

Psychoanalytische und kunstwissenschaftliche Annäherungen an den Mythos.

Psychosozial-Verlag

Mit Beiträgen von Irene Bogyi, Elisabeth Bronfen, Ruth Cerha, Beate Hofstadler, Andreas Jacke, Sebastian Leikert, Hans Pettermann, August Ruhs, Rainer Schmid und Tamara Sudimac

Analog zum Traum eröffnet uns der Mythos einen Zugang zum Unbewussten. Die Frage nach der mythischen Dimension von Marilyn Monroe hat eine Fülle von Themen zutage gefördert: die Inszenierung von Medienkörpern, die Essenz von Sinnlichkeit, die Konstruktion von Weiblichkeit, die Psychoanalyse als Amour Fou und die Lust an der Verwandlung. Die interdisziplinären Annäherungen enthüllen aber auch den Menschen hinter dem Mythos: Marilyns Unangepasstheit, ihre politische Einstellung, ihren Humor und ihre Schlagfertigkeit. In den Beiträgen dieses Bandes wird die Figur Marilyn Monroe zum Vehikel, um über elementare menschliche Themen nachzudenken. Dieses Buch ist auch eine Entdeckungsreise in die geheimen Land- schaften der Seele. Auf der Suche nach dem Rätsel Marilyn Monroe stellt sich schließlich die Frage nach der Konstituierung des Subjekts, deren Beantwortung zu bemerkenswerten Erkenntnissen führt.

www.psychosozial-verlag.de