Lese­Probe

Der Gesang der Räder in den Schienen

Veränderungen bereiten sich im Verborgenen vor, sie sind ein meist langsamer, aber stetig voranschreitender Prozess, dessen Auswirkungen oft erst durch zufällige Ereignisse oder scheinbar nebensächliche Begegnungen sichtbar werden. Genau jenen Punkt aufzuspüren, an dem diese Veränderungen möglich oder notwendig werden, an dem sich das gewohnte Bild wie plötzlich verschiebt, steht im Mittelpunkt der in diesem Band vorliegenden Erzählungen.

So verschieden sie inhaltlich auch angelegt sein mögen, thematisch handeln sie allesamt vom Fortgehen, Ankommen, Zurückkehren und auch vom Zustand des Dazwischen: vom Reisen als reale und unmittelbare Erfahrung, dass man immer in Bewegung ist, auch wenn man keine im Voraus klar definierte Strecke zurücklegt. Und auch wenn die tatsächliche Entfernung der ProtagonistInnen zueinander oft wächst, so wird jede dieser Geschichten zu einem Fugato über die fast naive Sehnsucht, einander (wieder) näher zu kommen.
In atmosphärisch dichter Prosa und mit einem Gespür für die Bedeutung scheinbar nichtiger Details fängt Ruth Cerha das Lebensgefühl von Menschen ein, die in Liebe und Angst verfangen an einem Wendepunkt ihres Lebens angekommen sind, und behutsam schildert sie die feinen Modulationen, die sich im Moment der Veränderung vollziehen. Der Gesang der Räder in den Schienen liefert im Hintergrund dazu das große Ostinato, welches diesen fragilen Oberstimmen erst ermöglicht, sich in so großer Freiheit zu bewegen – so entsteht ein einziger Song vom Unterwegs-Sein, dem Äußeren wie dem Inneren.

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Rezensionen:

  • Die Tageszeitung

    »Es ist die Sprache, die zuerst aufmerken lässt. Ruth Cerha, ausgebildete Musikerin, hat ein feines Gefühl für Rhythmus. Die Erzählhaltung changiert zwischen realistischer Beschreibung und Unwirklichkeit, zwischen Erinnerung und Traum. Die Erzählungen funktionieren wie hochkonzentrierte Kammerspiele. Meist ist es ein Raum zwischen zweien, den sie eröffnet. Wie sich dann beide in diesem neuen Raum verhalten, interessiert die Autorin. In welchen Aufruhr er oder sie gerät, darauf richtet sich Cerhas fein tasender und dadurch oft sehr genauer Blick.« Original

  • Börsenblatt

    »Wer Cerhas Geschichten liest, wird von einer drängenden Lust befallen, die Nacht zum Tag zu machen. Ihre Helden sind lichtscheue Wesen, „zu klein für die Nacht“ und doch angewiesen auf die Dunkelheit, um leuchten zu können.«

  • Salzburger Nachrichten

    »Niemand macht das so wie sie, das Lebensgefühl von Menschen zu ergründen, die sich als Teil ihrer Generation verstehen und dann, in Momenten einer schreckhaften Erhellung, ganz auf sich allein gestellt sind.« Original


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