A5POETRY

Originally written with a pencil in an A5 exercise book without paragraphs or any punctuation marks, always going till the end of the line.

Anfangen an der Schwelle sich fangen immer wieder schwellen wachsen platzen satte Samen stoßen durch Membranen fliegen fallen wohin eben keine Kontrolle über die Kaskaden Licht fällt ohne zu fragen Knospen Knoten öffnen uns ohne irrwitzige Illusion des Tuns A5POETRY4

Störgeräusche über der Stadt Knistern in Antennenwipfeln der Empfang ist gestört eloquente Geier krallen sich Überzeugungsaas schlagen laut mit Wohlstandsflügeln Faschingsgekicher verebbt im Lande in Schande liegt etwas begraben schlürft von unten die Reservoire leer schnalzt mit der Zunge vergessene Zungen Sprache zerfällt zu sauren Buchstaben zersetzt im Schäumenden Meer falsche Kronen steigen auf im Sturm der Entrüstung keine Rüstung die Schutz böte vor dem Regen der nicht fällt A5POETRY5 

Hausfassaden alte Krusten Erinnerung an eine Stadt die einmal war Leben unter Gewölben der Himmel verworfen Uranus Neptun Pluto suchen nach einem Ort wo Wertvolles eingeschlossen werden kann die Zeit verkapselt sich den Kopf hinausstrecken aber Draußen gibt es nicht einziehen scheint sicherer Schildkrötendasein der Panzer zeigt frische Risse A5POETRY16  

Minimalinvasive Beziehungen unilaterale Körper Teile aus getrockneter Konzepte laufen auf Grund arthritisches Knirschen in Reih und Glied geht alles was Flügel hat dahin wo wir nichts wissen bei lebendigem Leib Springflut alles überflutet nichts entspringt alles oder nichts das oder läuft aus in 321 Tagen Jahre verdunsten versengen die Ränder der Pamphlete ashes to ashes der Phönix überlegt es sich anders A5POETRY6

Grinsende Schreckschussautomaten am TV-Schirm das glitzernde Verlangen bleckt die untadeligen Zähne über der mickrigen Kragen weite schwungvoll die Welle im gekämmten Wortlaut nicht ist nie gesagt worden hastig der Blick in den blinden Spiegel die Frisur sitzt die Versicherung deckt was zum Vorteil gereicht wird alles nur nicht die Hand A5POETRY8

Fresst euch durch die Leiber der Kriegstreiber mit der Hartnäckigkeit des wurzelnden Blauglockenbaums zersetzt ihre listigen Lügen mit dem Bakterium des Fragens taucht ihre Gier in die Säure eurer Wut besiedelt ihre Unmenschlichkeit mit dem Pilz der Solidarität lasst ihre Macht verrotten auf den leeren Schlacht feldern erntet nicht die Früchte der Angst die euch nicht nähren A5POETRY13