A5POETRY

Originally handwritten with a pencil in an A5 exercise book without paragraphs or any punctuation marks, always going till the end of the line.

Anfangen an der Schwelle sich fangen immer wieder schwellen wachsen platzen satte Samen stoßen durch Membranen fliegen fallen wohin eben keine Kontrolle über die Kaskaden Licht fällt ohne zu fragen Knospen Knoten öffnen uns ohne irrwitzige Illusion des Tuns A5POETRY4

Die Tür aufstoßen bevor sie zufällt rasend der Spalt schmal und schmäler Zeit flieht vor der Gültigkeit meine Fliehkraft schleudert mich ins Nirgends endlos die losen Enden der Geschichten um die Handlung geht es nicht handeln aber muss ich Minutenmoleküle steigen auf in Wirbeln blähen sich fallen zusammen an einem Punkt den ich nicht sehen kann A5POETRY19

Unseliger Kokon des Ver standes der auf der Regel mäßigkeit seiner Blüten besteht am Hinterkopf fest gemacht der Scherenschnitt eines Gedankens Knoten lösen sich im undurchsichtigen Gewässer des Halbschlafs gleiten hinab ins Unverfügbare A5POETRY

Lächerliche Lumpen hängen herunter vom Skelett nach so einem Tag was für eine Prozedur die Häute einreißen zu lassen vertikal und radikal nach allen Seiten sich zu zerzausen die Hüllen fallen erschöpft von Berg zu Tal am Abend wird bereinigt gebürstet geglättet und geflickt A5POETRY3

Die Sonne ist eine Blüte der Nacht wächst aus dem Kopf lässt Wolken tropfen ins Gehirn auftauchen aus tiefem Blau aufsteigen wie Dampf ins verrückte Himmelsgeschwader mit Ikarus übers Firmament laufen Lastkähne ziehen unter mir dahin ich spucke Schlaf aus meiner Kehle in die roten Fluten des flussaufwärts eilenden Morgens A5POETRY17

Unbemerkt durch die Löcher im Netz der Strukturen schlüpfen sie finden Insekteninstinkt ertrinken im wabernden Nebel der Form losigkeit einzig Licht zur Orientierung Töne klappernde Knochen Wortklang Silbensilber Alltagsgezwitscher vielleicht der Duft nach frischen Semmeln der am Hirnstamm zieht zurück ist man schneller als man denkt A5POETRY15